Weihnachtsmanns bärtige Genossen
Vor gut einer Woche kommt mein tag7-Kollege Christoph zum Vereinsmeeting - mit nagelneuem Vollbart.So ist es. Bärte sind in.
Und der alleroberste Bartträger ist...?
Osama bin Laden? Nein, den brauchten wir nur als (bis 2007*) jedes Jahr zur Weihnachtszeit erneut auftauchenden banalglobalpolitischen Gegenentwurf. Und sein offiziell abgesegnetes (sic!) weihnachtliches Gegenstück ist dann ja besänftigend auch schon da. Überall in Funk und Fernsehen.
Der Weihnachtsmann ist es. Der oberste Bartriarch.
Zur Vorweihnachtszeit 2007 tragen mehr Schokonikoläuse denn sonst goldene Krummstäbe, Goldborte am Mantel, der tendenziell sogar eher dunkelrot gehalten ist als im grellen Comic-Rot. Und immer wieder Gold. Die Insignien der Macht und der Würde: Bart, Gold, würdeumflorter Blick.
Aus ist es bald mit dem niedlichen Vorgarten-Weihnachtsmann mit roter Alkoholikernase. Jetzt kommt der alte Patriarch und sogar geschichtliche Kirchenherrscher Nikolaus I. aus Vorderasien und macht den Weg frei für gesetztere Mannsbilder in Mode, Politik, Wirtschaft und Kultur!
Tritt Deutschlands Vorzeigemanager Josef Ackermann im Dreiteiler mit Zylinder auf dem Kopf und stattlichem Rauschebart unter der Nase im Jahr 2012 vor die Menge und verkündet die Wiederinstallation der Deutschen Wirtschafts-Kraft als Europäische Vorzeigeindustrie? Oder fordert er die Deutsche Mark zurück?
Planen wir also für die kommenden 10 Jahre einen Boom ein für die folgenden Branchen: Bartpflegemittel, Bartschoner sowie die weiteren Hersteller und Insignien, Hut und natürlich Zigarre Marke Bismarck bis Herrenhandschuhe, Reitstiefel für den Herrn und die Dame, Gamaschen, Spazierstöcke und was der patriarchische Mann von Gesellschaft morgen noch so braucht. Sei er Philanthrop oder Kapitalist, Öko-Politiker, Electro-Automobil-Evangelist oder Produzent von Marketing-Film-Kinematographien.
Wer etwas auf sich hält in Wirtschaft, Politik und Kultur,
der trägt morgen Bart.
Do the Bart-Man.
Vorbei die Zeiten von "Kein Bartwuchs für Wirtschaftslenker". Nur die aufkommende Kulturszene des Jahres 2016 beginnt, sich wieder zu rasieren. Wer Bart trägt, ist dann auch bald Establishment. Aber das ist sicher erst im Jahr 2035.
In diesem Sinne: Frohen Weihnachts-Bartrausch!
PS: Christoph steht der Bart eigentlich ganz gut. Macht natürlicher und gesetzter.
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* nach der Amtszeit von George Bush wird Bartträger Osama eh nicht mehr benötigt
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