Warum klassische Werbeagenturen verschwinden werden

Chancen und Herausforderungen für klassische und kommende neue Wirtschaftszweige: Der bereits begonnene Wandel in der Wirtschaft wird in den nächsten Jahren auch die Werbebranche massiv beeinflussen.
Darum werden klassische Werbeagenturen verschwinden: In einigen Jahren beginnt die sichtbare Automatisierung vieler der Werbeagenturleistungen per Software (erste Vorläufer gibt es bereits, siehe weiterführende Links) sowie wachsende Flexibilitäts- und Spezialisierungs-Anforderungen durch viele neue Marketing-Kanäle.

Es werden zudem Aufgaben der Kreation für Druck und Websites per (internetgestützter) Software abgearbeitet, die automatisiert gute Layouts (später auch Texte) erstellen kann. Der Kunde lädt dann allenfalls Bilder, Logo und Texte hoch und drückt auf den "Layout generieren"-Button. Bei alldem bieten solche Programme sogar unterschiedlichste Layout-Stile an - von Plakat über Zeitung bis Website, von altmodisch bis hypermodern.

Druck- oder Website-Publikation, sogar die mit zunehmend anwachsenden unterschiedlichsten Werbekanälen nötige individuelle Verteilung und Schaltung von z.B. PR-Beiträgen, Anzeigen und Plakaten erfolgen direkt per Knopfdruck.

Anfangs werden die Werbe-Agenturen diese automatisierten Kreativ-Technologien sogar noch unterstützen (müssen), weil sie ihnen die Arbeit erleichtern und günstigere Preise erlauben. Mit zunehmender Entwicklung dieser Softwares jedoch werden die Endkunden mehr und mehr selbst in den Erwerb dieser Kreativ-Automatik investieren anstatt eine Werbe-Agentur als Zwischenhändler zu involvieren.

Die bevorstehenden Wandlungs-Anforderungen an die klassischen Werbeagenturen sind gewaltig.

Nicht alle klassischen Agenturen werden diesen Wandel organisatorisch nachvollziehen können. Parallel zu diesen Firmen wird es zudem noch viel länger eine ganze Zeit lang die klassischen Freelancer geben, die für weniger und weniger Geld die betreffenden Werbe-Dienstleistungen, Print-Produkte und Online-Präsenzen erstellen.

Zunehmende Markt-Aufsplitterung

Ähnlich der klassischen Verlagshäuser müssen sich Werbe-Agenturen daher neu erfinden. Und sie müssen sich einen Markt teilen mit Unternehmensberatungen, Marketing-Strategie-, PR- und Event-Agenturen und den Interactive-Mixed-Media-IT -Agenturen - sowie den Künstlern.
Denn natürlich werden die kreativsten der Kreativ-Agenturen in die Ränder der Kunstszene gehen, um dort ihr Geschäft zu etablieren.

Wann ist das soweit? In geschätzten 3-5 Jahren sollten die ersten wirklich leistungsfähigen automatischen Kreativ-Softwares verfügbar sein. Es dürfte weitere 5-7 Jahre dauern, bis diese Technologie bei den Endkunden ankommt.

trendquest beobachtet diese Entwicklung und entwickelt Ansätze zur Schaffung sinnvoll und effizient nutzbarer Potentiale für die betroffenen Branchen.

Kommentare

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#1 Nils Maier am 11.08.2009 08:38:
Hallo Matthias,
was ich als Agentur-Trend sehe, ist dass wir von der Nischenberatung hin zur tragenden Rolle der Kommunikationsveränderung eines Unternehmens werden und bereits sehr starken Einfluß auf die klassischen (konservativen) Abteilungen nehmen.
Meines Erachtens wird es sogar so sein, dass die Online-Abteilungen in Zukunft in vielen Fragen den Lead übernehmen werden, aufgrund der höheren Agilität und der Veränderung des Kommunikationsverhaltens.
VG aus Freiburg
#1.1 Gunnar am 14.08.2009 13:51:
"Layouts auf Knopfdruck" gab es 1995 schon einmal. Damals nannten sich diese Kostenpflichtigen Pakete "Cliparts".

Aber mal ernsthaft "Die kleineren brauchen wenig bis keine besonderen Kampagnen"???
Wirklich? Dem Klein- und Mittelstand reicht also auch eine generische Lösung?

Das ist so abwegig, dass ich hierzu nicht einmal einen Kommentar habe..
#2 Alex Bogusky am 13.08.2009 18:53:
So ein Bullshit: "Layout generieren"-Button. Und wer liefert die Kampagnen-Ideen zu den Layouts, Ihr Schlaumeier?
#2.1 Walter Matthias Kunze am 14.08.2009 12:26:
Viele Mittelständler werden ihe Standard-Jobs selbst übernehmen können. Die kleineren brauchen wenig bis keine besonderen Kampagnen. Die größeren dürften solche Arbeiten teiils auch inhouse erledigen unter Zuhilfenahme von externen Strategie- und Beratungsagenturen.

Zudem dürfte es für kleinere mittelständische Unternehmen Standard-Kampagnen-Pakete geben, die von den Publikationsmedien im Rahmen ihrer Media-/Anzeigen-Verwaltung gleich mit angeboten werden.

Denn auch viele Kampagnen lassen sich standardisieren - oder sind es bereits.

Selbstverständlich am Markt bleiben werden die Agenturen und Dienstleister, die Innovatives, Ideen, Kreatives oder Strategien entwickeln.
#2.1.1 DON JUPP am 18.08.2009 16:43:
nun, ich glaube, es wird immer eine kommunikationsstrategie geben müssen. vielleicht verändern sich die medien. aber die kernidee wird es immer geben. abverkauf ist keine langzeitstrategie. daher sind auch die meisten mittelständige unternehmen profillos und beratungsresistent.

wer nicht hören will. muss fühlen.
#2.1.2 Maurice Morell am 19.08.2009 09:42:
Diese Entwicklung ist schon länger abzusehen, sie wird nur von Agenturseite verdrängt. Verbalattacken von Top-Werbern gegen Web-Communities und gegen Blogbetreiber zeugen nur von der Verunsicherung. Amir Kasseis Ausstieg aus dem ADC-Vorstand ist da nur schlüssig und ein gutes Zeichen. Zu sehen ist seine Begründung als Video auf fischmarkt.de
Ich war selber "Werber" und mache PR und immer mehr Content-Strategie auf (noch) recht klassische Art. Die Rolle der Agenturen, ob PR- oder Werbe-, muss sich zwangsläufig wandeln. Klaus Eck hat das letzte Woche auf pr-blogger.de so schön beschrieben. Agenturen haben pädagogische Verantwortung zu übernehmen. Ich sitze immer wieder auf dem Schoß meiner Kunden und führe sie hin zu "neuen Welten". Ich konzipiere heute viel mehr "Gesprächskampagnen". Und ich bin froh über jede sinniger Automatisierung der Prozesse. Alles, was vereinfacht, freut mich, die Technik gibt es her. Aus dem Hamsterrad aussteigen macht den Kopf frei für Wesentliches. Und dafür werde ich viel besser bezahlt. Tim Ferriss "Die 4-Stunden-Woche" hat mich angetriggert. Auch, wenn man es nur als abgefahrenes Konzept abtut, man darf gern mal daran riechen. Und wo es hingeht, das verrät ein Blick in die Werkzeugkisten von Google. Und ich ahne, woran Google bereits arbeitet. Noch haben meine Kunden vor Facebook Angst, bald legen sie richtig los.

P.S: Meine Zitatsammlung aus der alten Welt der Werbung findet sich hier:
www.werberzitate.blogspot.com

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